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Aktuell
Nr. 90


Januar
2000


Seite 2


Liebe TSC-Familie,

an der Schwelle zum neuen Jahrhundert/Jahrtausend gibt es allenthalben viele große Worte. Ich möchte mich dem eigentlich nicht anschließen. Dennoch komme ich nicht daran vorbei, einen Blick zurück und einen vorwärts zu tun, wie sich das auch für einen über 100jährigen Verein gehört.

Finanziell stehen wir wieder gut da, unser Haushalt ist gut geführt. Unsere Mitgliederzahl ist leicht stagnierend, was nicht negativ ist. Es kann bei einem Sterbeüberschuß im Land nicht ständigen Mitgliederzuwachs geben. Unser Angebot ist vielfältig und deckt alle Altersgruppen recht gut ab. Aber es gibt auch Schwierigkeiten, das soll nicht verschwiegen werden. Unser so engagiert und mit viel Freude aufgebautes Trendsportangebot Inline Skating liegt derzeit auf Eis, weil uns das Bezirksamt keine Halle dafür zur Verfügung stellt. Unser Jugendwart Cesur, der sich so vehement dafür stark gemacht hat, mußte eine Niederlage hinnehmen. Gleichwohl läßt er sichs nicht verdrießen und versucht weiter alles Mögliche, Inline Skating wieder zum Leben zu erwecken. Hier muß wirklich gefragt werden wo bleibt die Unterstützung unseres Vereins durch die Kommune, durch den Landessportbund? Wir werden wieder nachfragen am Anfang des Jahres!

Der ehrenamtliche Apparat, durch den die Vereine bisher gelebt haben, ist recht schwach geworden. Viele wollen sich heute nicht mehr ehrenamtliche Arbeit aufhalsen, zum einen,weil es vielleicht nicht schick genug ist, nicht mehr zeitgemäß, nicht genug honoriert wird. Ein Dankeschön reicht heute vielen nicht mehr. Zum anderen, weil sie durch Berufstätigkeit und Familie bereits meinen, voll ausgelastet zu sein. Wie hat es nur unsere Elterngeneration geschafft, bei 48 Stunden Arbeitszeit pro Woche, zusätzlicher Heimarbeit wegen Geldmangel, die Frauen mit Ofenheizung ohne Waschmaschine, mit den Kinder-Problemen, mit ihrem Hinzuverdienen in ungelernten Berufen usw. usw. Es wäre noch vieles zu erwähnen. Ich will damit sagen, meiner Ansicht nach war es früher ülberhaupt nicht leichter, ehrenamtlich tätig zu sein. Man hatte vielleicht nicht soviel andere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, der Verein wars und sonst nichts. Und dann gab es auch kein Fernsehen, keinen Computer, keine Handys, diese neuen Freizeitpartner, die angeblich das Leben leichter machen aber auch täglich unendlich viel Zeit kosten.

Aber wenn es denn stimmt, daß Sport Spaß macht und gesund ist, dann ist der Verein immer noch der richtige Partner, auch im neuen Jahrhundert. Ihn zu unterstützen mit Mut, Freude und neuen Ideen, soll auch weiterhin unser Ziel sein.

Ich wünsche Euch allen einen guten Start ins Neue Jahr 2000 und grüße Euch herzlich,
Eure Renate Henningsen-Penski
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