Die Turner bei der EM

Der eine oder die andere hat mit Sicherheit mitbekommen, dass in diesem Jahr zum wiederholten Male Stuttgart die ausrichtende Stadt der Turn-WM sein wird. (In der ersten Woche der Berliner Herbstferien)
 
Etwas weniger in der Öffentlichkeit präsent waren dagegen die am Wochenende geturnten Europameisterschaften im polnischen Stettin. Also durch einen Zufall (zumindest ich) darauf aufmerksam geworden, nahmen am Sonntag fünf TSCer die Chance war, erstklassigen Turnsport mal live und zum Anfassen in relativer Nähe zu begutachten.

Man benötigt nur eine Regionalzugverbindung (echt günstig, nicht ganz so schnell) um zum Austragungsort zu gelangen. In der recht neuen “Netto-Arena” empfing uns, Merlin, Dijan, Niklas, Elke und mich, anfangs noch eine relativ leere Halle. 

Von unseren Plätzen hatten wir dann auch einen perfekten Blick auf den Schwebebalken, das Gerät, für das sich mit Pauline Schäfer, die einzige Deutsche für ein Finale, sogar mit der zweitbesten Vorkampfwertung, qualifizieren konnte. Unsere drei Youngster waren schwer begeistert, wie nah man an die Sportler herankam und wir drückten Pauline natürlich dementsprechend auch die Daumen. Leider kam sie nicht so richtig in den Wettkampfmodus und musste nach einigen Wacklern dann auch noch das Gerät verlassen, so dass am Ende nur 11,7 Punkte zu Buche standen, mit denen natürlich kein Blumentopf zu gewinnen war.
 
Auch wenn es an den anderen Geräten dann keine deutschen Sportler zu unterstützen galt, so entstand aber der Eindruck, dass sich der Wettkampf in seiner Klasse doch steigerte. So beeindruckten insbesondere die Russen beim Sprung, die Französinnen am Boden, am Barren konnte wieder ein Russe gewinnen, flankiert diesmal jedoch von einem Ukrainer und einem Türken.
 
Absolutes Highlight an diesem Finaltag dann auch das letzte Gerät, das Reck. Nach einem starken Wettkampf von einem Russen, Italiener und Engländer brachte der niederländische Olympiasieger von 2012, dreimalige Welt- und bis hierhin zweimalige Europameister Epke Zonderland die seit Start der Wettkämpfe volle Halle mir seiner mitreißenden Vorstellung in Wallung und erntete verdientermaßen Standing-Ovations.
 
Als nun schon alle dachten, dass er seinen dritten kontinentalen Titel in der Tasche hatte, brachte mit dem kroatischen Weltmeister von 2017, Tin Srbic, ein hochklassiger Konkurrent mit einer Sahneübung noch einmal nervenaufreibende Spannung in die Halle. Letztendlich hatte Oranje dann aber doch die Nase, respektive den Muskel vorne.
 
Neben hochklassigem Sport, war es für unsere Nachwuchssportler sehr beeindruckend, wie aufgeschlossen die Spitzensportler ihren Fans gegenüber waren und so konnten sie sich über Fotos und Gespräche mit Andreas Toba, Marcel Nguyen, Pauline Schäfer u.a. freuen. Insbesondere für Dijan war es eine Freude festzustellen, dass sich Pauline Schäfer auch seine Instagramseite ansah und ihn auf Ihrer erwähnte. Somit konnten wir also auch als TSC einen erfolgreichen Nachmittag verbuchen.
 
Für mich als Non-Digital-Native und ohne spezifischen Turnhintergrund war das Live-Turnerlebnis auf diesem Niveau schwer beeindruckend und doch auch beruhigend zu sehen, das Live doch immer noch etwas anderes ist , als Turnern im Fernsehen oder auf YouTube zu begegnen. 
 
Aber auch für die drei Jungs war es ein Erlebnis, welches sofort die Motivation für Extra-Trainingseinheiten in den Ferien entfachte.
Somit rundherum ein gelungener Ausflug.
Allen, die sich diese Veranstaltung entgehen ließen, kann ich nur empfehlen die kommenden Turniere, DM hier bei uns in Berlin und WM in Stuttgart in ihre Jahresplanung mit aufzunehmen.
 
Viele Grüsse
Jens

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